
Nobody's Fool (1994)
Ziemlich unaufgeregtes Kleinstadt/Alter-Mann-Drama, natürlich eher ein Film mit und für Paul Newman als einer für den Willis. Newman spielt hier den inzwischen zu altgewordenen, einsamen Wolf, der sich meistens nur um sich selbst gekümmert hat und nun auf sein womöglich teilweise versäumtes Leben zurückschaut. Ein kaputtes Bein hat er und sein ehemaliger Boss (das ist unser Bruce) will ihm für den vermeintlichen Arbeitsunfall nichts bezahlen. Der Fall zieht sich vor Gericht schon lange, u.A. auch weil Newmans Anwalt ebensowenig ein großer Gewinner ist. Dann schneit auch noch der entfremdete Sohn mitsamt Familie rein - bei denen ist auch nicht gerade Sonnenschein angesagt. Einer der Enkelsöhne haut dem Opa Newman direkt erstmal auf's kaputte Bein - die Eltern nennen den Spitzknaben aber auch nur noch "Wacker", wenn das mal kein positives Feedback bzgl. der Gestalt annehmenden Persönlichkeitswerdung ist, dann weiß ich auch nicht. Eine große, versäumte, viel jüngere Liebe (Melanie Griffith) lebt auch noch in der Kleinstadt, ist aber mit dem falschen Mann zusammen (das ist der Willis wieder).
Mag den eigentlich sehr. Visuell ein bisschen langweilig, aber immerhin hat man sich um Szenen bei echtem Schneewetter bemüht - das sieht teilweise schon toll und besonders aus. In einer Szene kurbelt Willis sein Fenster vom Auto runter und da ist noch Schnee mit drauf und das flutscht dann so runter - so ein Take kannste auch nur einmal drehen. Ansonsten aber ein Film mit viel Herz für seine ehrlichen Figuren. Für Philip Seymour Hoffman als eifersüchtiger, kleinspuriger Cop auch ein großes Herz. Wieviel der aus seiner Mini-Rolle macht, ist schon super. Eine Lieblingsszene die mit Margo Martindale, in der Newman sie fragt, ob sie sich nicht einfach nackt ausziehen und mit ihm im Schnee toben will und sie das direkt bejaht, doch die Abfuhr von Newman kommt wie aus der Pistole gefeuert und geht mittens ins Herz bei der Dame. Ein Film für alte Säcke mit Herz.