Mission Impossible: The Final Reckoning

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Flynn91
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Re: Mission Impossible: The Final Reckoning

Post by Flynn91 »

Mission: Impossible 8 ist der Tiefpunkt einer Reihe, die schon viele Schwächen hatte, aber immer auch ein Ass im Ärmel. Hier gibt es kein Ass mehr. Hunt wird am Rande der Selbstparodie zum Messias hochstilisiert während Cruise sichtbar gegen die Vergänglichkeit seines Gesichts ankämpft. Die ersten 50 Minuten sind ein einziger Fremdscham-Parcours, bei dem Menschen in dunklen Räumen sitzen und Sätze aufsagen, für die sich selbst Donald Trump schämen würde. Cruise sieht fertiger aus als im letzten Teil, mit Opapausebäckchen, schlecht sitzenden Anzügen und krausiger Frisur. Ab Minute 50 wirkt er dann plötzlich wieder halbwegs vorzeigbar.

Die Story ist so hirnverbrannt und in ihrer peinlichen Rückbesinnung auf die gesamte Reihe sogar noch eine Stufe schlechter als Dead Reckoning. Cruise sprintet durch einen belanglosen Plot, unterbrochen von Stunts (genau genommen nur zwei), die zwar handwerklich top aussehen, aber völlig wirkungslos bleiben, weil Ethan Hunt längst gottgleich über allem schwebt. Keine Fallhöhe, kein Nervenkitzel. Der Antagonist eine Vollkatastrophe.

Und so zeigt sich einmal mehr, wie seltsam dieses Franchise ist: Teil 2 gilt als der schlechteste, hatte aber ein Finale, das knallte. Teil 3 brachte den besten Bösewicht, aber das schlechteste Finale. Teil 4 kombinierte den miesesten Bösewicht mit schwachem Finale, rettete sich aber über starke Team-Momente und gute Setpieces. Teil 6 schaffte trotz überlanger Laufzeit die Mischung aus guter Action, brachialem Finale und hatte mit Cavill einen fähigen Widersacher. Am rundesten bleibt für mich Teil 5, der furiose Action, eine coole Ferguson und einen Cruise in Topform hatte, der hiermit im selber Jahr sogar James Bond auf die Bretter schickte. Teil 8 hat nichts davon: keine Spannung, keinen Stil, keinen Badguy und kein erinnerungswürdiges Finale. Er löst Teil 2 als den schlechtesten der Reihe ab.

4/10
Most Wanted
Reflection in a Dead Diamond
Last Meal
The Last Viking
One Battle After Another
Highest 2 Lowest
Klara and the Sun
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Dejin
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Re: Mission Impossible: The Final Reckoning

Post by Dejin »

Wird der wenigstens noch okay?^^
Bin grad erst am Anfang bei minute 10 oder so...
Aber die Prämisse... oh gott.
Die Präsidentin auf der VHS sagt:
"Durch die "entity" hat sich ein Kult gebildet (okay), der ihr blind folgt (was?) und die das Ende der Welt wollen (what?) und diese Kult-Mitglieder haben jetzt Militär und Staatsregierungspositionen infiltriert (was? Wie??) und zwar heimlich (wie?)"
Und dann Einblendungen von Interviews von Kult-Zombies, die ihre Wahn-Sätze in die Kamera sagen.
Das ist ja furchtbar ^^
The awkward moment when you get in the van and the old man has no candy.
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Sylvio Constabel
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Re: Mission Impossible: The Final Reckoning

Post by Sylvio Constabel »

:mrgreen: :mrgreen:
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Kolle
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Re: Mission Impossible: The Final Reckoning

Post by Kolle »

The Final Dreckoning
"Krieg ist wie Kino. Vorne flimmerts, hinten sind die besten Plätze." - Arnim Dahl
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Dejin
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Re: Mission Impossible: The Final Reckoning

Post by Dejin »

"Luther poison Pill with the algorithm combined with the original source Code of the entity will form a digital toxin, that will attack the entity!"
:D :mrgreen: :lol:
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Dejin
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Re: Mission Impossible: The Final Reckoning

Post by Dejin »

Zu Ende gesehen.
Also erstmal nimmt er sich viel zu ernst und diese schwermütige Oper-Inszenierung die in ALLEM bedeutungsschwanger sein will, ist einfach anstrengend.

Dann funktionieren diese A.I.-Plots mit cyber-"Bösewicht" eh nie, weil.... einfach scheiße. Kein greifbarer Gegner, philosophische Ansätze als schnelle Kost serviert und die Computer-"Innen"-Welt kann man nicht inszenieren (Ghost in the Shell ist hier insgesamt die Ausnahme) - als Ethan in diesen Sarg steigt und ihm die entity begegnet mit Grafik-Effekten in seinen Augen..oh je.

Dann ist die story/ der plot kreuz-bescheuert und zwar eigentlich simpel aber gleichzeitig furchtbar verkopft und verkompliziert (erst Recht über zwei Filme mit 5h+ Laufzeit gestreckt!) - weswegen auch die Hälfte der Spielzeit darin besteht, dass die Figuren Erklär-bären sind in diesen unsäglichen "jede Figur erklärt einen Teilsatz"-Schwachsinns-Momenten
("Dadurch ergreift Ethan die Disc..."
"...gibt sie an Gabriel..."
"...der sie nur benutzen kann, um..."
"...zu triumphieren..." Alter! :roll: )

Er ist aber nicht komplett scheiße. Dass muss man schon anerkennen. Ab der Bering-See mit U-Boot und die Crew in der Hütte wirds ne lange Zeit ziemlich toll. Der dunkelhäutige Kapitän spielt großartig. Angenehm altmodisch. Die lange, ruhige Tauchsequenz ohne Musik ist hypnotisierend, teuer inszeniert und geschnitten. Das macht richtig Spaß.
Dann ne Zeit lang wieder Käse, bis zur relativ grandiosen Propeller-Flugzeuge-Sequenz.
Auch die Schnitte bei der entity-ins-böxchen Szene waren beeindruckend. Das ist auf den Punkt. Licht blinkt- "Ethan..." - cut durch roten Draht - Stick blinkt- ihre Hand- alles wird dunkel. Das ist echt hohe, hohe Kunst.

Aber der Rest halt - Dialoge, die Story, die awkwardness, wenn die Schauspieler diesen pseudo-tech-Müll in der völlig bescheuerten Ernsthaftigkeit transportieren müssen, ohne zu lachen - das ist schon grober Mumpitz.
Für 165 Minuten auch echt zu wenig Action.
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Sylvio Constabel
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Re: Mission Impossible: The Final Reckoning

Post by Sylvio Constabel »

Kann ich auch so unterschreiben.
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