Men (Alex Garland)

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Kolle
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Kolle »

Ex Machina und Devs waren super.
"Krieg ist wie Kino. Vorne flimmerts, hinten sind die besten Plätze." - Arnim Dahl
Munin
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Munin »

Ich fand EX MACHINA schon nicht so doll, da war kein einziger origineller Gedanke dabei. ANNIHILATION noch am besten, auch wenn da viel nicht funktioniert. Audiovisuell ist das aber eben alles immer betörend.
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Julio Sacchi
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Julio Sacchi »

Fand sowohl EX MACHINA und ANNIHILATION grandios. Ist einfach die Art von permanenter Beunruhigung und visueller Klasse, die ich mag.
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Sylvio Constabel
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Sylvio Constabel »

EX MACHINA ist schon sein bester Film. Mit Abstand.
JimmyPage
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Re: Men (Alex Garland)

Post by JimmyPage »

Annihilation fand ich okay :mrgreen:
Hexer
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Hexer »

ANNIHILATION mega bomba. Könnte ich einmal im Monat gucken.
EX MACHINA bissl overhyped, aber trotzdem gut.
MEN auch ganz gut, weil irgendwie abgefahren.

Garland schräg nach :thumbup:
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Dr. Fu Manchu
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Dr. Fu Manchu »

Nachgeholt. Kann die negativen Kommis nicht ganz teilen. Der Film sieht erstmal ziemlich gut aus. Inklusive der Ekel-Effekte am Ende lol. Sowas kriegt mich schon rein, egal wie absurd und einfältig-symbolisch das am Ende ist. Film ist halt vor allem Bild und Ton und das geht hier gut rein.

Inhaltlich finde ich das zumindest zweideutig und nicht uninteressant.
Munin
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Munin »

Dass der zumindest Spaß macht und handwerklich exzellent ist, habe ich ja auch immer gesagt. Ändert natürlich nichts daran, dass es sich um eine hochnotpeinliche Nabelschau handelt und Garland mit der Materie komplett überfordert ist.
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Dr. Fu Manchu
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Dr. Fu Manchu »

Was ist deiner Meinung nach die "Materie" des Films?
Welchen "Nabel" stellt Garland denn hier hochnotpeinlich zur Schau?

Das ist doch auch ein bisschen Phrasendrescherei? Auch von Kritikern hier in meinem persönlichen Eck kommt nix Konkretes außer angeblich "frauenfeindlich" oder "affig"; Auf die Nachfragen, was denn genau gemeint ist, wird sich doofgestellt :mrgreen: . Das Garlands Frauenfiguren konsequent gequälte Geister sind, lasse ich als Argument nicht gelten. Gequälte Figuren sind halt glaubwürdiger/interessanter als superfröhliche Doofs, egal welches Gender erst mal. Fand auch, der Film erzählt mehr zum Thema Mann als zum Thema Frau, aber gut, dass ist vlt. meine eigene Perspektive nur.
Munin
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Munin »

Seinen eigenen natürlich, das ist ja die Bedeutung des Wortes. Die Konkretisierung von Kritik kommt selbstverständlich an ihre Grenzen, wenn der Film selbst auch nur diffuse Binsenweisheiten auftischt und diese in typischer Garland-Manier als ganz mutige Grenzüberschreitung verkauft (diese beschränkte Dimension seiner Befindlichkeiten findet in CIVIL WAR dann ihren Anschluss).
Fand auch, der Film erzählt mehr zum Thema Mann
Sag bloß! Das ist vermutlich für viele der Knackpunkt, hier erzählt ein Mann - vermeintlich - über Männer und verwendet dafür aber auch wieder die gleichen abgedroschenen Frauenfiguren des Genres, denen sich Männer im Regiestuhl traditionell gerne bedienen. Und dafür möchte Garland dann sehr sehr gerne viel Applaus, das ist dem Film ja nun unbestreitbar anzusehen, auch wenn ich ihm persönlich nicht zwingend Frauenfeindlichkeit unterstellen würde, sondern ganz einfache Selbstüberschätzung.

Ansonsten ist in Youris Post (und meinem zitierten Review darüber) alles Nötige beschrieben.
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Dr. Fu Manchu
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Dr. Fu Manchu »

Ja gut, das sind für mich alles so zweitrangige Kritikpunkte.

a) zu "Nabelschau": Weil ein Macher eh nur aus seiner Perspektive berichten kann. Selbst das Geschehen von anderen Menschen wird doch durch die eigene Perspektive gefiltert? Kunst kommuniziert immer die eigenen Gefühle vor allem. Inwiefern ist das Beschäftigen mit seiner eigenen Perspektive etwas, was man einem Künstler vorwerfen müsste? Das man dessen Gefühlswelt dann vlt. nicht teilt, ist dann eine andere Sache. Nenne mir mal ein anderes Beispiel von einem Filmemacher, dem man das vorwerfen könnte, damit ich das besser einordnen kann? Garland hat jetzt auch nur vier Filme oder so. Finde die Männer und Frauen da gleichermaßen gequält btw.

b) Die von dir genannten "diffusen Binsenweisheiten" habe ich als absichtliche Mehrdeutigkeit verstanden. Fand nicht, dass mir da irgendwas aufgetischt wurde, eher Ansätze von Interpretationen und Reflektionen. Die kann man - je nach persönlicher Prägung - sicher unterschiedlich deuten. Aber ist das nicht Intention gewesen und das Werk somit nicht zugänglicher für mehrere Intepretationen?

c) Wenn der Film mehr über Männer erzählt, warum beißen sich dann alle an der vermeintlichen Frauenfeindlichkeit fest? Darum ging es imo ja gar nicht. Ich verstehe schon, woher der Wind weht, finde aber - aufgrund der oben genannten Mehrdeutigkeit - dass man das eben auch anders sehen kann.

Was ich dem Film vorwerfen kann (und ebenso CIVIL WAR), dass da eben nix richtig konkretisiert wird und die Themen alle nur sehr gefühlsmäßig diskutiert werden, während inhaltlich alles möglichst simpel belassen wird. Finde ich aber nicht schlimm. Dadurch eröffnen sich diese Filme aber imo einem größeren Publikum und nicht unbedingt ohne viel an Qualität einzubüßen (und ja, ich glaube auch, Garland könnte das nicht besser). Finde auch, Garland hat jetzt noch nie ein Meisterwerk abgeliefert, aber das ist trotzdem alles weit über Standard und für mich sehenswert.
Munin
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Munin »

Ich hab noch ein bisschen nachgetragen in meinem vorherigen Post.

Dass ich mit der "Mehrdeutigkeit" Garlands ein Problem habe, hatte ich bei CIVIL WAR schon geschrieben. Bei mir entsteht da immer der Eindruck, er möchte sich als Visionär feiern lassen und dabei doch so wenig anecken wie möglich. Das finde ich verlogen.
Finde ich aber nicht schlimm.
Wäre ja auch nicht schlimm, aber hier spielt die Rezeption schon ziemlich eine Rolle, denn die war ja bisher relativ eindeutig: Ein kluger, mutiger Filmemacher. Dass der Gegenwind dann entsprechend größer ist, wenn er sich mal besonders krass vergreift, ist ja nun auch nicht überraschend.
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Dr. Fu Manchu
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Dr. Fu Manchu »

Ich kenne jetzt keine Interviews von Garland und weiß halt nicht, ob der sich gerne als Mega-Meister-Regisseur verkauft :mrgreen: . Das ist ja mehr eine Kritik an seiner Person auch alles dann. Natürlich hängen Macher und Werk zusammen, aber ich kenne eben nur Werk. Seine Filme finde ich halt nicht so superschlau, wie vlt. mancherorts gesagt wird, aber doch sehr schick und eben nicht doof. Mich stört hier die Mehrdeutigkeit nicht, weil Garland auf jeden Fall (z.B.) kein Harmony Korine ist und diese "scheißegal"-Attitüde fährt. Man merkt ja schon, dass es in CIVIL WAR vor allem auch um den Verlust von Menschlichkeit geht und das nicht zelebriert oder sagen wir mal, völlig dem Zuschauer überlassen wird, dass auch nur ansatzweise kritisch zu verstehen. Mal gucken, was noch so kommt halt auch. Der Mann entwickelt sich ja noch weiter hoffentlich - könnte ja noch wesentlich besser ODER schlechter werden. Ich drücke die Daumen für WARFARE :mrgreen: . Alles, was ein bisschen Vorfreude produziert, ist in der aktuellen Zeit schon schätzenswert imo.
Munin
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Munin »

Interviews kenne ich auch nicht. Ich finde, es ist den Filmen anzusehen (bzw. zu hören, bei ANNIHILATION gibt es etwa diesen unerträglich holprigen Monolog auf dem Boot, der so nicht einmal in der Buchvorlage vorkommt).
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Dr. Fu Manchu
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Re: Men (Alex Garland)

Post by Dr. Fu Manchu »

Ich weiß nicht, ob ich das so aus einem seiner Filme ablesen könnte (oder überhaupt aus irgendeinem Film, ohne die Biographie des Machers mit in Betracht zu ziehen); Also dass der Mann sich gerne als Visionär feiern lässt ohne den Mut zu haben, groß anecken zu wollen.

Ich würde soweit gehen, das Garland Bild und Ton wesentlich besser drauf hat als Drehbuch. Was ich damit meine ist, das Bild und Ton schon ziemlich Meisterklasse sind und die Schreibe so zwischen okay~ish und gut hin und her pendelt - je nach Thema fällt das dann vlt. mal mehr oder weniger negativ auf. Find ich als Gesamtpaket auch immer noch gut genug.

Hat eigtl. nur ANNIHILATION 'ne Buchvorlage oder wie ist das mit seinen anderen Filmen? Oder den Drehbüchern zu 28 DAYS/WEEKS LATER und so?
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