Find beide Trailer ziemlich nervig und artsyfartsy. Tonspur bei Gaspar Noe und Optik bei Roy Andersson "entliehen". Das Endergebnis kann, nein, muss eigentlich nur besser werden.
"Krieg ist wie Kino. Vorne flimmerts, hinten sind die besten Plätze." - Arnim Dahl
Savior wrote: ↑Mon Mar 04, 2024 6:26 pm[...] Find's irgendwie gaga, dass die sehr richtige Aussage von Munin so Informatik-mäßig mit einer 0 oder 1 abgefrühtstückt wird. [...]
Savior wrote: ↑Tue Mar 05, 2024 8:44 pm
Den guck ich auch im Kino. Und Ihr?
Türlich türlich. Wollte eigentlich schon am Dienstag rein, da hat mir die Arbeit aber 'nen Strich durch die Rechnung gemacht. Mal gucken ob der nächste Woche noch läuft..
"Krieg ist wie Kino. Vorne flimmerts, hinten sind die besten Plätze." - Arnim Dahl
Und wie der läuft. 15:30 Vorstellung im städtischen Programmkino war rappelvoll. Und wenn ich mir die Reservierungen der kommenden Tage dort online ansehe, scheint sich eine Tendenz zum Umsatzplus abzuzeichnen.
Das sah an gleicher Spielstätte bis gestern noch ganz anders aus. Würde drauf wetten, daß der Film in der Tagesschau im Rahmen der Oscarverleihung und Sandra Hüllers Beteiligung Erwähnung fand (gucke kein Fernsehen mehr, daher ist das nur geraten).
Zum Film. Der ist schon ziemlich gut. Optisch erinnert er häufig, wie oben erwähnt, an Roy Andersson und dessen perspektivischer Bildkompositionen, die wie unterkühlte Stillleben wirken; das hat im Umfeld der hier gezeigten deutschen Behausung durchaus Kalkül.
Richtig unangenehm treibt es Glazer auf der Tonspur. Wie Alltagsgeräusche mit denen des benachbarten Schreckens einher gehen, das ist schon hart durchdacht. Diese "Kakofonie des Grauens" hat mich trotzdem oft an Son of Saul oder The Grey Zone erinnert.
Auch mit Gespür für Momente, die den Horror nicht in aller Deutlich- sondern "Nebensächlichkeit" zeigen, kann der Film glänzen, so daß er nicht ganz zum befürchteten Arthaus-Streifen geraten ist (nach dem Oscar hatte ich noch größere Bedenken, daß der nix ist).
Die Szenen mit den Reinmachefrauen gegen Ende werden für diejenigen, die die Gedenkstätte Auschwitz nie besuchten, höchstens einen Hinweis auf das Ausmaß der Vernichtung geben. Man sollte sich das eigentlich schon vor Ort anschauen. Im Kontext der während des Films häufig gezeigten Haus- und Hilfskräfte war das aber irgendwie schon wirkungsvoll.
Muß jetzt erstmal sacken. Die Sichtung in einem Kino mit sehr gutem Ton sei empfohlen.
Last edited by Kolle on Wed Mar 13, 2024 5:41 am, edited 3 times in total.
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Läuft bei Dir nur die OmeU? Die normale Fassung tut's auch, der Film ist komplett in deutsch gedreht. Englische Untertitel braucht's da nicht. Die ganz wenigen polnischen Passagen sind deutsch untertitelt.
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