Re: Michael Douglas
Posted: Sat Mar 29, 2025 11:26 pm



Das Forum für Kult-, Genre-, Kunst- und asiatischen Film
https://leinwandliebe.com/
Das ist Euch jetzt wieder zu lang.Am Ufer der Stadt beginnt man, gleich mit dem Fund einer Leiche, ein Jogger und sein Hund die unglücklichen Entdecker, ein Frauenkörper, treibend im Wasser. Die Polizei rasch auf dem Weg, die einprägsame Titelmelodie, Douglas der Fahrer, er steigt zuerst aus, es ist seine Seite, die gezeigt wird, auch der Krankenwagen, zu spät allerdings vor Ort. "Was für ein Jammer." der erste Kommentar, der erste Satz, er wird 'Kleiner' von seinem Partner genannt, er ist nicht in San Francisco geboren, er kommt von außerhalb. Der Anwalt der Frau wird informiert. Bzw. ihr Vorgesetzter, er wird einberufen, er kommt vorbei, er wird von Robert Wagner gespielt, Starbesetzung hier, "ein eiskalter Junge". Eine erste Befragung, nicht im Revier, er wird vor der Station abgefangen, im Freien redet es sich besser, zudem muss man ins Leichenschauhaus, zur Identifikation, durchaus auf Tempo und Drängen nach vorn hier getrieben, keine langen Vorreden; "So, mein kleiner Düsenjäger, jetzt zeig' mal was du kannst."
Der Anwalt kennt die Tote, er gibt an, er hat sie nicht besonders gut gekannt, sie war keine Freundin, keine Klientin, er hat ihr mal Kaution hinterlegt, vor einer Woche erst. Das Opfer wird in Augenschein genommen, ihre Umgebung, die Menschen viel in Bewegung, es wird schnell auf Aggression gegangen, die Kamera aktiv, sie bleibt bei den Personen, sie achtet auf ihre Verhaltensweisen, Ausflüchte wurden geboten, bisher keine Anhaltspunkte und keine Beweise, es gab den ersten Anschiss vom Partner, nun ist auch der Vorgesetzte mit Druck und Dampf dran, die Bevölkerung ist aufgewiegelt, wegen einer anderen Sache, es ist nicht nur ein Verbrechen auf einmal, es sind mehrere passiert.
Um die tote Frau wird sich zuerst gekümmert, Anfang 20, der Coroner befragt, die Obduktion noch ausstehend, die Voruntersuchungen abgeschlossen, sie lassen auf Mord schließen, kein Suizid, keine Überdosis, kein Unfall, es werden verschiedene Gegenden hier durchquert, man wird als 'Bullen' erkannt, manchmal ist das hilfreich, in bestimmten Arealen zumindest. Ein Bruder gibt es, ein Onkel gibt es, der Ton etwas unflätig, von allen Beteiligten, als 'Mistbienen' hier auch bezeichnet, kein Respekt vor den Beamten, vor dem Jüngeren nicht und dem Älteren auch nicht, die Menschen haben Angst hier, sie drücken es nur anders aus; allzu schlimm wirkt die Gegend vergleichsweise aber nicht.
Rückwärts gegangen wird hier in den Ermittlungen, vor einer Woche ein Unfall passiert und Haschisch dabei gefunden, nichts Wildes eigentlich, geschieht schon mal, es sind die Siebziger. In verschiedene Perspektiven wird hier gegangen, auch in die Rückblenden, sind in andere Beteiligten versetzt, es geht nicht nur um Aufklärung, sondern auch Motiv und Hintergrund, um die Umstände, die Vorgeschichte, nicht allein die Tat selber. Wagner und Douglas stoßen schnell die Köpfe zusammen, die Hörner, beide die Playboy-Typen, einer nur besser bezahlt, mehr der Charmeur, zudem gut betucht.
Straßen auf und ab werden hier gefahren, ausgestiegen und eingestiegen, auf Erkundigungen gegangen, man trifft sich öfters, man lässt Andeutungen fallen, man beobachtet die Reaktionen, "Ach, daher weht der Wind.", es geht viele Dinge, die auf Zufall hindeuten, die Geschichte wird abermals durchgekaut, sie wird auf Schlupflöcher abgeklopft, die Erzählungen werden immer wilder; selbst Malden findet die Erklärungen verrückt, er schluckt sie nicht. Douglas sieht besser aus als Wagner, er ist jünger, der Blick ist stechender, er ist der Fragende hier, der andere muss die Antworten geben oder eben die Ausflüchte oder eben die wilden Erklärungen, er ist in der Passivität.
"Wird das jetzt ein Sport in dieser Stadt?", fragt hier ein Unbeteiligter, als er über die Morde informiert wird, auch auf den kleinen Jungen wird wieder angespielt, ein Subplot, der immer mal zum Vorschein kommt; das Polizeiteam hier übrigens eingespielt, man kennt ihre Schwächen und vor allem ihre Stärken, man kommt miteinander gut aus, man spielt auch mal Good Cop & Bad Cop hier, man ist sich nur der Verdächtigen uneinig, der "Wunderknabe" tippt auf den Anwalt, der Routinier nicht. Die Montage schnell, die Einstellungen kurz und dennoch übersichtlich, erhöhtes Tempo, man muss dranbleiben, es wird um Aufmerksamkeiten des Zuschauers gerungen, ihn mitgeschleift in die Handlung, in das Umfeld, in das Setting, manchmal schräge Perspektiven, kurze Wege, Zeugen werden in Fahrstühlen und Tiefgaragen ausgequetscht, "primitive Schocktaktiken" wird das hier genannt, Lügen aufgedeckt, die Kreise enger gezogen, man muss sich rechtfertigen.
Das Opfer wird auch in Augenschein genommen, sie bleibt nicht anonym, es wird ihr ein Leben gegeben, im Nachhinein, ihre Verhaltensweisen, ihre Angewohnheiten, ihr Benehmen, eine junge Frau, ein gefallener Engel, ein Mensch auf der Suche, noch mit Flausen im Kopf und Träumereien. Eine Beziehung scheint sich anzubahnen, zum Wohle aller, zum Gefallen des Paares zumindest, dazu Ausblicke auf der Stadt, aus erhöhter Lage mal und mal von unten hinauf, die Polizisten selber sind auch mal aus dem Blick, außerhalb der Kamera, außerhalb der Geschichte, sie ermitteln in der Gegenwart, sie waren in der Vergangenheit noch nicht anwesend, es wird ihnen nur offenbart, nur erzählt.
Schauspielerisch ist das gekonnt, die Inszenierung auch in der Öffentlichkeit, nicht bloß in Kulissen, nicht nur im Studio, die Chronologie durcheinander und trotzdem klar, es ergibt sich ein größeres Bild, Worte werden umgewandelt in Taten und Handlungen, in einzelne Abschnitte, selbst ein Karatestudio wird heimgesucht, Chinatown und das 'Kenji Karate Studio' abgeklappert, viel Geschehen bei Tage, der Dienst hat aber keine feste Zeit, am Ende des Tages ist man immer noch am Fall dran, und es ist schon dunkel, es herrscht Nacht, es wird ein Durchsuchungsbefehl heran gekarrt, plus anschließend gleich ein Haftbefehl angedacht. Ein Police Procedural, aber aus mehrerlei Sichtweisen, mit einem anonymen Vierten, einem ominösen Onkel, "Dieses Schwein. Dieser Horror-Typ."; einem Sprung durch ein Fenster und einem Feuerstunt, der es in sich hat.
Eine wahrhaft schockierende Enthüllung.Nahaufnahme wrote: ↑Sun Mar 30, 2025 10:31 pm Eine Frage, die nie geklärt wurde: wer hat das Kaninchen gegessen?
Erstens das, jedoch zweitens: ich habe den in L.A. im Kino gesehen und viele Frauen jubelten an der Stelle - da hatten die Produzenten offenbar das einheimische Publikum berücksichtigt.Julio Sacchi wrote: ↑Tue Apr 01, 2025 5:38 am Wäre vielleicht noch zu erwähnen, dass der bekloppte Showdown Resultat von Test Screenings war und im Grunde das einzig wirklich Platte an diesem Film ist. Aber gut, weiß jeder.