Michael Douglas

Hexer
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Re: Michael Douglas

Post by Hexer »

:clap: :clap: :clap:
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Julio Sacchi
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Re: Michael Douglas

Post by Julio Sacchi »

:?:
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Sylvio Constabel
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Re: Michael Douglas

Post by Sylvio Constabel »

Das ist doch von Wikipedia abgeschrieben, oder?
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Julio Sacchi
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Re: Michael Douglas

Post by Julio Sacchi »

Kapier ich auch nicht. Infodienst?
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Con Trai
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Re: Michael Douglas

Post by Con Trai »

Meine Güte, der 3-Zeilen-Mann mit dem Puls an der Zeit und der stets meckende Listenheini tun sich zusammen, das macht hier echt kein Spaß mehr, Leute.
Am Ufer der Stadt beginnt man, gleich mit dem Fund einer Leiche, ein Jogger und sein Hund die unglücklichen Entdecker, ein Frauenkörper, treibend im Wasser. Die Polizei rasch auf dem Weg, die einprägsame Titelmelodie, Douglas der Fahrer, er steigt zuerst aus, es ist seine Seite, die gezeigt wird, auch der Krankenwagen, zu spät allerdings vor Ort. "Was für ein Jammer." der erste Kommentar, der erste Satz, er wird 'Kleiner' von seinem Partner genannt, er ist nicht in San Francisco geboren, er kommt von außerhalb. Der Anwalt der Frau wird informiert. Bzw. ihr Vorgesetzter, er wird einberufen, er kommt vorbei, er wird von Robert Wagner gespielt, Starbesetzung hier, "ein eiskalter Junge". Eine erste Befragung, nicht im Revier, er wird vor der Station abgefangen, im Freien redet es sich besser, zudem muss man ins Leichenschauhaus, zur Identifikation, durchaus auf Tempo und Drängen nach vorn hier getrieben, keine langen Vorreden; "So, mein kleiner Düsenjäger, jetzt zeig' mal was du kannst."

Der Anwalt kennt die Tote, er gibt an, er hat sie nicht besonders gut gekannt, sie war keine Freundin, keine Klientin, er hat ihr mal Kaution hinterlegt, vor einer Woche erst. Das Opfer wird in Augenschein genommen, ihre Umgebung, die Menschen viel in Bewegung, es wird schnell auf Aggression gegangen, die Kamera aktiv, sie bleibt bei den Personen, sie achtet auf ihre Verhaltensweisen, Ausflüchte wurden geboten, bisher keine Anhaltspunkte und keine Beweise, es gab den ersten Anschiss vom Partner, nun ist auch der Vorgesetzte mit Druck und Dampf dran, die Bevölkerung ist aufgewiegelt, wegen einer anderen Sache, es ist nicht nur ein Verbrechen auf einmal, es sind mehrere passiert.

Um die tote Frau wird sich zuerst gekümmert, Anfang 20, der Coroner befragt, die Obduktion noch ausstehend, die Voruntersuchungen abgeschlossen, sie lassen auf Mord schließen, kein Suizid, keine Überdosis, kein Unfall, es werden verschiedene Gegenden hier durchquert, man wird als 'Bullen' erkannt, manchmal ist das hilfreich, in bestimmten Arealen zumindest. Ein Bruder gibt es, ein Onkel gibt es, der Ton etwas unflätig, von allen Beteiligten, als 'Mistbienen' hier auch bezeichnet, kein Respekt vor den Beamten, vor dem Jüngeren nicht und dem Älteren auch nicht, die Menschen haben Angst hier, sie drücken es nur anders aus; allzu schlimm wirkt die Gegend vergleichsweise aber nicht.

Rückwärts gegangen wird hier in den Ermittlungen, vor einer Woche ein Unfall passiert und Haschisch dabei gefunden, nichts Wildes eigentlich, geschieht schon mal, es sind die Siebziger. In verschiedene Perspektiven wird hier gegangen, auch in die Rückblenden, sind in andere Beteiligten versetzt, es geht nicht nur um Aufklärung, sondern auch Motiv und Hintergrund, um die Umstände, die Vorgeschichte, nicht allein die Tat selber. Wagner und Douglas stoßen schnell die Köpfe zusammen, die Hörner, beide die Playboy-Typen, einer nur besser bezahlt, mehr der Charmeur, zudem gut betucht.

Straßen auf und ab werden hier gefahren, ausgestiegen und eingestiegen, auf Erkundigungen gegangen, man trifft sich öfters, man lässt Andeutungen fallen, man beobachtet die Reaktionen, "Ach, daher weht der Wind.", es geht viele Dinge, die auf Zufall hindeuten, die Geschichte wird abermals durchgekaut, sie wird auf Schlupflöcher abgeklopft, die Erzählungen werden immer wilder; selbst Malden findet die Erklärungen verrückt, er schluckt sie nicht. Douglas sieht besser aus als Wagner, er ist jünger, der Blick ist stechender, er ist der Fragende hier, der andere muss die Antworten geben oder eben die Ausflüchte oder eben die wilden Erklärungen, er ist in der Passivität.

"Wird das jetzt ein Sport in dieser Stadt?", fragt hier ein Unbeteiligter, als er über die Morde informiert wird, auch auf den kleinen Jungen wird wieder angespielt, ein Subplot, der immer mal zum Vorschein kommt; das Polizeiteam hier übrigens eingespielt, man kennt ihre Schwächen und vor allem ihre Stärken, man kommt miteinander gut aus, man spielt auch mal Good Cop & Bad Cop hier, man ist sich nur der Verdächtigen uneinig, der "Wunderknabe" tippt auf den Anwalt, der Routinier nicht. Die Montage schnell, die Einstellungen kurz und dennoch übersichtlich, erhöhtes Tempo, man muss dranbleiben, es wird um Aufmerksamkeiten des Zuschauers gerungen, ihn mitgeschleift in die Handlung, in das Umfeld, in das Setting, manchmal schräge Perspektiven, kurze Wege, Zeugen werden in Fahrstühlen und Tiefgaragen ausgequetscht, "primitive Schocktaktiken" wird das hier genannt, Lügen aufgedeckt, die Kreise enger gezogen, man muss sich rechtfertigen.

Das Opfer wird auch in Augenschein genommen, sie bleibt nicht anonym, es wird ihr ein Leben gegeben, im Nachhinein, ihre Verhaltensweisen, ihre Angewohnheiten, ihr Benehmen, eine junge Frau, ein gefallener Engel, ein Mensch auf der Suche, noch mit Flausen im Kopf und Träumereien. Eine Beziehung scheint sich anzubahnen, zum Wohle aller, zum Gefallen des Paares zumindest, dazu Ausblicke auf der Stadt, aus erhöhter Lage mal und mal von unten hinauf, die Polizisten selber sind auch mal aus dem Blick, außerhalb der Kamera, außerhalb der Geschichte, sie ermitteln in der Gegenwart, sie waren in der Vergangenheit noch nicht anwesend, es wird ihnen nur offenbart, nur erzählt.

Schauspielerisch ist das gekonnt, die Inszenierung auch in der Öffentlichkeit, nicht bloß in Kulissen, nicht nur im Studio, die Chronologie durcheinander und trotzdem klar, es ergibt sich ein größeres Bild, Worte werden umgewandelt in Taten und Handlungen, in einzelne Abschnitte, selbst ein Karatestudio wird heimgesucht, Chinatown und das 'Kenji Karate Studio' abgeklappert, viel Geschehen bei Tage, der Dienst hat aber keine feste Zeit, am Ende des Tages ist man immer noch am Fall dran, und es ist schon dunkel, es herrscht Nacht, es wird ein Durchsuchungsbefehl heran gekarrt, plus anschließend gleich ein Haftbefehl angedacht. Ein Police Procedural, aber aus mehrerlei Sichtweisen, mit einem anonymen Vierten, einem ominösen Onkel, "Dieses Schwein. Dieser Horror-Typ."; einem Sprung durch ein Fenster und einem Feuerstunt, der es in sich hat.
Das ist Euch jetzt wieder zu lang.
Ciao, Kakao.
Munin
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Re: Michael Douglas

Post by Munin »

Hab jetzt auch nicht verstanden, was das Gemecker soll. Meckert doch wenigstens gegen die Filme und nicht das Review.
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Sylvio Constabel
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Re: Michael Douglas

Post by Sylvio Constabel »

Das da oben ist aber ganz schön lang, Herr Trautman. :mrgreen:
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Nahaufnahme
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Re: Michael Douglas

Post by Nahaufnahme »

Sylvio Constabel wrote: Sun Mar 30, 2025 9:02 am Das ist doch von Wikipedia abgeschrieben, oder?
Julio Sacchi wrote: Sun Mar 30, 2025 9:18 am Kapier ich auch nicht. Infodienst?
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@Con Trai: als ob Dich der endgültige Abschied von Frau Stockl nicht schon genug belasten würde, gibt es hier nun wieder eine Neuauflage mit DICK & DOOF... halte durch!

Zurück zu Michael Douglas...

Fatal.jpg


...in seiner heißesten Phase, in FATAL ATTRACTION (1987)... ach, Hollywood der 80er. Eine Zeit, in der Männer noch echte Männer, Frauen entweder engelsgleiche Ehegattinnen oder diabolische Femme fatales waren (siehe auch Verhoeven) und psychologische Nuancen großzügig mit der Axt geschnitzt wurden (auch -> Verhoeven -> Eispickel). FATAL ATTRACTION ist das Paradebeispiel für diesen unerschütterlichen Glauben an simple Moralismen, garniert mit einem Hauch von Hochglanz-Thrill. Ein Film, der nicht nur Eheleben und Seitensprung als dramatische Antipoden inszeniert, sondern auch das Kaninchen – ja, das arme Kaninchen! – zum ikonischen Opfer häuslicher Zerfleischung macht, eine meisterhafte Orgie aus testosterongeschwängertem Opportunismus und vernachlässigter psychiatrischer Konsultation - letzteres mag an zwei Schnösel in diesem Thread erinnern, ist aber selbstverständlich auf viel höherem Niveau umgesetzt.

Die Handlung, die sich so geschmeidig entfaltet wie ein aufgewärmter Sonntagsbraten aus der Mikrowelle: Michael Douglas in der Paraderolle als charismatischer, aber latent schmierig-arroganter Upper-Class-Gemütlichkeitshampel Dan, hat eigentlich alles. Eine hübsche, verständnisvolle Ehefrau (Anne Archer als Beth), ein brav-süßes Töchterchen und ein gut bezahltes Anwaltspöstchen (außerdem sieht es so aus als ob GQ-Modefotografen das Setting entworfen hätten). Was ihm fehlt, ist natürlich das Prickeln, das gewisse Etwas, der Nervenkitzel – und voilà, betritt Glenn Close als Alex Forrest die Bühne: Kühl, verführerisch, unwiderstehlich rattig und beunruhigend blond.

Was als unschuldige Affäre beginnt, entwickelt sich allerdings rasant zu einem Albtraum mit Horrorfilm-Anleihen. Denn Alex ist nicht einfach nur eine Bettgeschichte mit Verfallsdatum, sondern eine tickende Zeitbombe der emotionalen Labilität, over the top Close at her best! Ein Blick ihrer stahlblauen Augen, und man weiß: Das wird nicht gut enden. Sie ist nicht nur enttäuscht – sie ist verletzt! Und wehe dem Mann, der glaubt, er könne eine Frau wie sie einfach abhaken wie die Herren in diesem Forum missliebige Filme...

Nun aber zum eigentlichen Glanzstück des Films, zur Szene, die sich auch dank zahlreicher Parodien in das kollektive Gedächtnis der Popkultur verewigt hat: das Kaninchen-Massaker!

Beth und ihre Tochter erwarten mit freudiger Spannung das Abendessen. Die Vorfreude ist greifbar, die Stimmung heiter. Doch plötzlich – ein Blick in den Kochtopf. Oh mon dieu! Kein sanft geschmortes Coq au Vin, sondern… das Kuscheltier der Tochter, zubereitet nach der ganz speziellen Alex Forrest-Methode. Wer zur Hölle hat Alex beigebracht, ein Kaninchen zu kochen? Ein VHS-Kurs "Psychotische Racheakte für Anfänger"? Die Kamera verweilt mit süffisanter Grausamkeit auf dem brodelnden Wasser, das den pelzigen Kadaver sanft umspült, während Beth mit panischem Entsetzen aufschreit. Es ist eine Szene, die irgendwo zwischen Grand Guignol, Shakespeare’schem Wahnsinn und gut abgehangener Seifenoper angesiedelt ist. Der Moment, in dem der Zuschauer endgültig versteht: Alex ist keine Frau, die man per ghosting wieder los wird. Nein, Alex ist eine mit messerscharfer Entschlossenheit ausgestattete Naturgewalt, eine fleischgewordene Metapher für all das, was die braven Ehemänner der 80er vor dem Einschlafen fürchteten: eine Frau, die sich nicht an die Regeln hält.

Hätte eine Selbsthilfegruppe Alex etwas gebracht?




FATAL ATTRACTION, ein Produkt seiner Zeit, überdramatisch, unsubtil (z.B. ändert sich Closes krause Frisur zunehmend wirrer) und ein bisschen schadenfroh gegenüber all den midlife-crisis-geplagten Herren der Schöpfung, ist ein Film, der mit einem gigantischen Pinsel der Übertreibung eine moralinsaure Parabel auf Ehebruch malt, ohne sich um psychologische Feinheiten zu scheren, dafür war der Regisseur Adrian Lyne sowieso nicht bekannt (sein UNFAITHFUL von 2002 bekommt das etwas besser hin). Zum krönenden Abschluss gibt es noch einen klassischen final showdown mit allen Zutaten eines guten Thriller-Menüs: Plötzlich auftauchende Waffen, ein Badezimmer voller Schreie, der ultimative "Tot? – Oh nein, doch nicht!"-Moment und die Moral - Ehemänner, haltet eure Hosen geschlossen! 9/10

Eine Frage, die nie geklärt wurde: wer hat das Kaninchen gegessen?
Spoiler
Die Antwort ist so schockierend - es waren zwei Praktikanten der Produktion - dass die Nachstellung durch A.I. gespoilert werden muss, auch wegen möglicher Persönlichkeitsrechtsverletzungen, obwohl Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig und nicht beabsichtigt wären, die bei Prostest selbstverständlich von mir oder den administrativen Moderatoren gelöscht wird. Bon appétit! ;)

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Max Power
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Re: Michael Douglas

Post by Max Power »

Nahaufnahme wrote: Sun Mar 30, 2025 10:31 pm Eine Frage, die nie geklärt wurde: wer hat das Kaninchen gegessen?
Eine wahrhaft schockierende Enthüllung. :shock: :mrgreen:
Munin
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Re: Michael Douglas

Post by Munin »

Eiweiß ist Eiweiß, da kann man nix sagen.
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Dejin
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Re: Michael Douglas

Post by Dejin »

Chapeau, Nahaufnahme! :clap:

Was für ein Beitrag. Für die Ewigkeit.
Möchte mich zwar aus den etwaigen Kleinkriegen im Forum raushalten, aber die Mühe dieses Beitrags muss man honorieren.
The awkward moment when you get in the van and the old man has no candy.
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Julio Sacchi
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Re: Michael Douglas

Post by Julio Sacchi »

Wäre vielleicht noch zu erwähnen, dass der bekloppte Showdown Resultat von Test Screenings war und im Grunde das einzig wirklich Platte an diesem Film ist. Aber gut, weiß jeder.

Und warum einer beigebracht kriegen muß, wie man n Tier in kochendes Wasser wirft, weiß ich auch nicht :D
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Re: Michael Douglas

Post by Nahaufnahme »

@Dejin: Danke!

Glenn Close sollte eigentlich beim Essen mit am Tisch sitzen. Klappte auch mit dem Gesicht von ihr, ca. 1987, sehr gut. Nach drei Stunden mit refill etc. habe ich es aber aufgegeben, weil ich die prägende Frisur nicht wie im Film hinbekommen habe.
Julio Sacchi wrote: Tue Apr 01, 2025 5:38 am Wäre vielleicht noch zu erwähnen, dass der bekloppte Showdown Resultat von Test Screenings war und im Grunde das einzig wirklich Platte an diesem Film ist. Aber gut, weiß jeder.
Erstens das, jedoch zweitens: ich habe den in L.A. im Kino gesehen und viele Frauen jubelten an der Stelle - da hatten die Produzenten offenbar das einheimische Publikum berücksichtigt.
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Julio Sacchi
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Re: Michael Douglas

Post by Julio Sacchi »

Die jubelten auf der ganzen Welt...
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